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Der neue Trend – Handyromane
Wer glaubt, es gibt schon alles, hat noch nicht alles gelesen. Handyromane sind seit dem Jahre 2000 der Renner in Japan. Dort scheint alles ziemlich schnell kultig zu werden. Die junge Generation, macht aus jedem Mist, eine Idee, die Million wert ist. Handyromane sind kurz, beinhalten reißerische Themen und werden ausschließlich für Handys zur Verfügung gestellt. Zumal war das vor einiger Zeit noch so. Mittlerweile werden die interessanten Handystorys auch schon im Printformat veröffentlicht. Zielgruppe ist wie soll es auch anders sein. Mädchen und junge Frauen in den Zwanzigern. Auf dem Weg in die Arbeit oder in die Schule werden diese kurzen Romane verfasste, geschrieben und weiter verschickt. Einige davon werden nicht mal mit dem Mobil Telefon geschrieben, Hauptsache, sie sind kurz und knackig und passen noch aufs Display. Das ist die einzige Voraussetzungen, welche diese Storys haben müssen. Der Stil dieser Geschichten ist natürlich sehr einfach gehalten. Kurz, präzise und dominierte Textgestaltungen. Darstellungen aller Art fehlen freilich. So ein Roman kann entweder als Fortsetzungsromanen oder als Ganzes erscheinen. Ist das Ende offen, so muss es natürlich dementsprechend, vermerkt sein. Es gibt kostenpflichtige und kostenlose Romane. Jene die Gratis sind, kann man sich im Internet auf verschiedenen Seiten runter laden. Diese sind zumeist private Anbieter. Das größte Handyroman Portal heißt Magic I-sland. Über 1 Million Romane soll man dort finden. Natürlich in Japanisch. Eine Goldgruppe für den Erfinder. Außerdem findet man auf dieser Seite noch Blogs und Tagebücher. Kostenpflichtige Geschichten gibt es über verschiedene Verläger. Diese Bieten auch Abos aller Art an. Bei uns ist es üblich, dass man über neue Bücher spricht. In Japan spricht man über die neusten Handyromane. So werden junge Autoren schnell bekannt und bekommen nach einer kurzen Zeit schon viele neue Fans. Kaum zu glauben, dass es diesen Trend schon so lange gibt. Fast schon zehn Jahre und hier zu Lande, will irgendwie niemand etwas davon wissen.
Kostenpflichtige Angebote wie Horoskop und Nachrichten werden auch nicht wirklich in Anspruch genommen. Anscheinend ist es bei uns alles noch ein wenig, wie damals. Bücher liest man in Form, wie sie sein sollen und Handys benutzt man sowieso nur zum telefonieren. Aber es wäre doch wirklich mal ein Versuch wert, solche Handygeschichten auch in Deutschland zu verbreiten. Vor allem Jugendliche finden sicherlich Anklang und verbreiten diesen Trend bald weiter. Einer muss es cool finden und schon boomen die neuen kleinen Bücher auch in Deutschland. Aber jeder, der viel zu sagen hat, weiß ganz genau. So eine kleine Sms ist immer zu kurz, für irgendwelche Nachrichten. Wie in alles in der Welt, kann man hier nur einen Roman rein packen? Die Japaner dürften da echt viel kreativer sein. Aber die haben es, seinerzeit ja auch geschafft, ein Küken in ein Plastikei zu packen. Warum dann nicht auch die passende Lektüre aufs Handy laden und damit Tag täglich in der Ubahn angeben. Wer braucht schon eine Tageszeitung, wenn man die geheimen Tagebücher, wildfremder Leute, jeden Morgen am Handy nachlesen kann.
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